Alexander Puell

Über Alexander Puell

Als Kommunikationsdesigner, Familienvater und Nachbar knüpfe ich online wie "offline" ein soziales Netz für die Menschen in den Kiezen. Dabei engagiere ich mich zum Beispiel für den Mauerpark.

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Groths Gated Community auf dem Mauerstreifen

Der Mauerpark ist Freiraum der Begegnung – kein verlängerter Vorgarten für ein Luxus-Quartier der Groth Gruppe

Ein Luxus-Quartier, von dem wir im gestrigen Ausschuss für Stadtentwicklung erfahren haben, das neben einer eigenen Zufahrt, einem eigenen Quartiersplatz, einer eigenen Kita auch einen eigenen Supermarkt bekommen soll. Alle Zutaten für eine Gated Community liegen also auf dem Tisch.

Die Ausschusssitzung der BVV-Mitte führte allen Anwesenden deutlich vor Augen: Stadtrat und Bezirksverordnete sind am Mauerpark mit ihrem Latein am Ende, die Lösung fataler Planungsfehler geben sie vertrauensvoll in die Hände des Investors Klaus Groth.

Dabei hatten die Bürgerinitiativen schon vor über zwei Jahren vor einer verfehlten Planung gewarnt und diese Baupläne abgelehnt.

Schon damals im Frühjahr 2011 haben die Delegierten der Bürgerwerkstatt der Preisjury des städtebaulichen Wettbewerbs und den Parteien der Stadt unmissverständlich klar gemacht, dass die massive Bebauung dieses Geländes von den Bürgern nicht mitgetragen werden kann. Aufgrund des Wahlkampfs für Bezirk und Land verschwanden diese Baupläne dann auch prompt in den Schubladen der Verwaltung.

Heute, zwei Jahre später, werden den Bürgern die gleichen, verfehlten Pläne mit neuem Etikett wieder aufgetischt.

Der Lorenzen-Plan ist von Groth nur marginal überarbeitet worden, dabei ist er aber nicht besser geworden, sondern deutlich schlechter. War im städtebaulichen Entwurf von Prof. Lorenzen noch auf den Moritzhof und das Grüne Band ansatzweise Rücksicht genommen, ist davon beim Entwurf von Groth nichts mehr zu erkennen. Groth geht mit seiner Planung in die Ausnutzung der vollen Grundstückbreite – möchte gar noch Fläche der landeseigenen Wohnbaugesellschaft DeGeWo hinzukaufen. Er schafft scheinbar mehr Qualität für sein neues Quartier – erdrückt damit aber den nördlichen Teil des Mauerparks und des Brunnenviertels. Anstatt Brunnen- und Gleimviertel an dieser historischen Stelle zu verbinden, zieht die Groth Gruppe einen neuen “Mauerstreifen” zwischen Ost und West. Vom Grünen Band, einem wichtigem Naturschutzprojekt der Bundesrepublik Deutschland, fehlt an dieser Stelle jede Spur.

Der nördliche Mauerpark lässt sich bestimmt für die Verkaufsbroschüren der Groth Gruppe schön in Szene setzen, aber existierende Nutzungen wie Kletterwand und Kinderbauernhof werden durch Groths neues Quartier an die Wand gedrückt.

Wir Bürger müssen und werden vehement diesen Planentwurf ablehnen, gegenüber der Politik auf Bezirks- und Landesebene, im Internet und auch gut sichtbar auf der Straße. Die East Side Gallery hat in den letzten Tage eindruckvoll gezeigt: unter Polizeischutz lässt sich weder abreißen noch bauen.

Die nächste Wahl steht schon wieder vor der Tür und die Baupläne sind schon wieder auf dem Weg in stille Hinterzimmer und vielleicht auch bald in die Schublade. Die Pläne für Groths Gated Community müssen aber in keine Schublade, sondern in den Reißwolf der Geschichte.

Der Mauerpark ist ein Ort Begegnung – für den Mauerpark muss eine Lösung gefunden werden, die den verbindenden Charakter dieses historisch wichtigen Ortes unterstützt und nicht zerstört.

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Mauerpark-Fertigstellung: die Würfel sind gefallen

Die Entscheidung ist gefallen: noch in diesem Jahr soll mit der Fertigstellung des Mauerparks begonnen werden.

4,8 Hektar mehr öffentliches Grün und 2 Hektar Fläche für den Erhalt des parkverträglichen Gewerbes von Flohmarkt, Pflanzenwunder, Mauersegler und Schönwetter sind dafür gesichert.

Im Gegenzug soll der bisherige Eigentümer der Flächen auf 3,5 Hektar nördlich des Gleimtunnels Baurecht für bis zu 600 Wohnungen bekommen – so sieht es der sogenannte Mauerpark-Vertrag vor, den sich Senat, Bezirk und Eigentümer miteinander im Hinterzimmer ausgedacht haben.

Man mag zu diesem Vertrag stehen wie man will, “Privatisierung von Gewinnen”, “Kuhandel” oder einfach nur “Flickwerk ohne Zukunft”. Der umstrittene Vertrag wurde von der BVV-Mitte wie auch dem Berliner Abgeordnetenhaus gebilligt und setzt damit vorläufig den Grundstein für die Erweiterung des inzwischen völlig übernützten Mauerparks.

Das nun folgende Bebauungsplanverfahren wird eine ausgewogene Planung in Abwägung der verschiedenen Interessen schaffen müssen. Dabei wird zu fragen sein, ob die dem Investor versprochene Bebauung wirklich in maximaler Ausnutzung des Baufeldes kommen soll. In diesem Fall drohen wieder umfangreiche Proteste und langwierige Klageverfahren. Insbesondere ist darauf zu achten, dass nicht direkt an die Grenze zu Pankow gebaut wird: Die Jugendfarm Moritzhof braucht ausreichend Freiraum und es muss zudem gelingen, durchgängig von der Bernauerstraße bis zum Schwedter Stieg einen Teil des “Grünen Bandes” zu verwirklichen, als nationales Erbe Zeugnis einstiger Trennung und jetziger ökologischer Widmung.

Nach zwanzig Jahren der Ungewissheit über die Zukunft des Mauerparks kann und muss es nun endlich an die konkrete Fertigstellung des Parks gehen. Die Grünflächen des Parks müssen für alle Nutzergruppen nachhaltig gestaltet werden.

Zusammen mit den Gewerbetreibenden sollte es gelingen, eine Synergie zwischen Park und Versorgungsangeboten so zu schaffen, damit eine soziokulturelle Nutzung des Parks im Süden unterstützt, aber nicht durch wirtschaftliches Streben erdrückt wird.

Die bisherige Haltung mancher Mauerparkinitiativen, “Alles oder Nichts”, also, jegliche Bebauung abzulehnen, selbst wenn es jetzt zu keiner Parkerweiterung kommt, war keine zukunftsweisende Lösung. Auch behindert die Spaltung in “gut und böse” die notwendige konstruktive Arbeit an der Parkplanung.


Die Freunde des Mauerparks werden weiterhin konstruktiv an der Fertigstellung des Mauerparks unter Berücksichtigung aller Nutzergruppen in der Bürgerwerkstatt arbeiten. Die Bürgerwerkstatt wird zusammen mit Bürgern und Initiativen aus dem Brunnenviertel wie dem Prenzlauer Berg die konkrete Ausgestaltung des Parks voranbringen. Eine wichtige Rolle spielt dort auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Prof. Lange und der Grün-Berlin.

Für die Freunde des Mauerparks liegt die Fortführung der Bürgerbeteiligung im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nicht nur beim Kampf um die Mauerparkerweiterung, sondern auch bei der Ausgestaltung und Nutzung des Mauerparks möchten wir alle wichtigen Akteure auf Augenhöhe zusammen bringen.

Die Grabenkämpfe sind vorbei, nun werden die Spaten für das Pflanzen des neuen Mauerparks benötigt.

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Kasperletheater: “Wutbürger” treffen auf “Betonköpfe”

Eigentlich war schon vorher klar, bei der BVV-Versammlung vom 23.8 kann es nur Verlierer geben. Auf der einen Seite BVV-Verordnete, die wider besseren Wissens einen Kompromiss aushebeln sollen, um es Senatsverwaltung und CAImmo wirtschaftlich zu machen. Auf der anderen Seite verprellte Bürger, die sich der Willkür der Verwaltung ausgesetzt sehen und ihren geliebten Mauerpark erdrückt von Baulastern und Betonklötzen sehen.

Die BVV-Sitzung hatte noch nicht einmal begonnen, und schon hatten beide Seiten sich verkeilt. Es blieb dem Schiedsrichter nichts anderes übrig, als den Schaukampf abzubrechen.

Gewonnen hat damit keiner. Die BVV hat keinen ihrer umfangreichen Tagesordnungspunkte diskutieren können (es dreht sich in Mitte nicht alles um den Mauerpark). Die aufgebrachten Bürger, die zurecht die größtmögliche Fertigstellung des Mauerparks fordern, sind einer Lösung ihres Problem keinen Schritt weiter gekommen. Am 13.9 wird es nun eine Wiederholung der BVV geben, hoffentlich in einem größeren Raum und in einer konstruktiveren Atmosphäre.

Das Desaster in der BVV-Mitte zeigt aber im Ergebnis eines deutlich:
Kostenneutral ist der Mauerpark nicht fertigzustellen. Eine reine Kompensation des Grundstückseigentümers per Baurecht schafft mehr Probleme als Lösungen.

Der Bezirk Mitte wird von Senatsvorgaben gespalten, die BVV, schwer belastet durch fehlerhafte Landespolitik, ist nicht mehr arbeitsfähig. Die Bezirksverordneten können nach Hause gehen.

Dabei ist der Mauerpark eine Chance für ganz Berlin. Der Mauerpark, früher ein Ort der gewaltsamen Trennung, heute ein Ort der multikulturellen Begegnung, ist längst ein touristisches Highlight für hunderttausend Berliner und Berlin-Besucher geworden.

Der Senat kann sich nicht länger wegducken, wenn es um die Fertigstellung dieses historischen Ortes geht. Wenn er bei immer neuen Großprojekten die Spendierhosen an hat, um viel größere Beträge locker zu machen, müsste ein Flächenankauf von der CA Immo zur Mauerparkerweiterung eine bescheidene Nummer sein.

Zumindest aber könnte von den Millionen, die für die Herrichtung einer Grünfläche vorgesehen sind, ein guter Teil in Flächenerwerb im Süden gesteckt werden. Denn es gibt augenscheinlich viele engagierte Bürger, die selbstverständlich auch bei der Fertigstellung mit Spaten und Spenden helfen werden.

Der Mauerpark darf kein Ort der Spaltung werden. Weder einer Spaltung zwischen Senat und Bezirk, noch ein Ort der Spaltung zwischen den Anwohner links und rechts der ehemaligen Sektorengrenze.

Gemeinsam schaffen wir die Mauerpark-Fertigstellung: Die Lösung kommt aber nicht per Brechstange, sondern mit Köpfchen.

 

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Breiter Protest vor und in der BVV Berlin-Mitte

In der BVV-Sitzung am 23.8.2012 wird in einer Thematischen Stunde über die Fertigstellung des Mauerparks beraten.

Die Bürgerwerkstatt fordert gemeinsam mit den Freunde des Mauerparks e.V. und einem Bündnis von Parteien und Initiativen die Aufhebung des BA-Beschlusses vom 26.06.2012. Der Bezirk Mitte darf sich nicht zum Handlanger eines bedenklichen Geschäfts zwischen einem privaten Eigner und dem Senat machen. Nur auf Grundlage des BVV-Beschlusses vom 19.4. ist eine größtmögliche Erweiterung des Mauerparks ohne massive Bebauung und mit einer breiten Mehrheit möglich.

Zeigt den Bezirksverordneten euer leidenschaftliches Interesse am Mauerpark. Kommt zur Kundgebung und verfolgt die öffentlich BVV-Sitzung.

Weitere Infos: Website der BVV-Mitte
Plakat: Welt-Bürger-Park e.V.
Pressemitteilung: „Bündnis für den Mauerpark“ (PDF 75kB)

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Falkplatz: Ein neuer Baum zum Tag des Baumes

Mit der am 15.11.2011 gefällten, über 20 Meter hohen Kastanie mit Rundbank verschwand einer der ältesten Bäume auf dem Falkplatz. Seit annähernd 100 Jahre war die Kastanie ein Zeugnis für den Beginn der Geschichte der Grünanlage vor genau einhundert Jahren – sie war eine standhafte Zeitzeugin in den Zeiten des zweiten Weltkriegs und der Teilung Deutschlands.

Mit einer Spendenaktion setzten sich die Freunde des Mauerparks e.V. für ein neues Miteinander von Bürgern und Bezirksämtern ein und hatten in Rekordzeit mit 17 kleinen wie grossen Spenden insgesamt 1000 Euro für die Pflanzung des neuen Baums gesammelt.

Der neue Baum wird am 25. April um 11 Uhr zum „Tag des Baumes“ auf dem Falkplatz gepflanzt.

Weitere Infos: www.facebook.com/falkplatz.baum

 

 

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