Mauerparkerweiterung – ein Etappensieg!

Mit dem mit breiter Mehrheit (SPD, CDU, GRÜNE) des Stadtentwicklungsausschusses Mitte am 30. März gefassten Beschluss rückt eine große Erweiterung des Mauerparks in greifbare Nähe. Der von den Freunden des Mauerparks e.V. und den Sprechern der Bürgerwerkstatt Mauerpark vorgeschlagene Kompromiss hat folgende Eckpunkte:

  • Der gesamte Südteil des Mauerparks von der Bernauerstraße bis zum Gleimtunnel bleibt ohne Bebauung,
  • die Anwohner des Brunnenviertels bleiben nicht länger vom Mauerpark ausgesperrt, der trennende Stahlgitterzaun verschwindet,
  • der um 6 Hektar erweiterte Park lässt den kulturell lebendigen Park und das parkverträgliche Gewerbe (Flohmarkt, Mauersegler u.a.) weiter bestehen.Auf der Seite des Brunnenviertels können ruhigere Nutzungen bis hin zu gemeinschaftlichem Gärtnern von den Bürgern selbst entwickelt werden. So finden Event- und Anwohnerpark zueinander (konkrete Planungsvorstellungen der Bürgerwerkstatt liegen vor),
  • nördlich des Gleimtunnels wird es einen genügend breiten Grünstreifen geben, der das “Grüne Band” Richtung Pankow und Humboldthain fortsetzen wird und
  • westlich davon kann eine genossenschaftlich getragene ökologisch nachhaltige Bebauung bis zu etwa 400 Wohnungen entstehen. Durch eine Genossenschaft und den möglichen Ankauf von Belegungsrechten durch den Senat für einen Teil der Wohnungen können mittelfristig erschwingliche Mieten – auch für Bürger mit geringerem Einkommen – verwirklicht werden.

Wie ist der Kompromiss möglich geworden?

Nachdem Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) vom Stadtentwicklungsressort Ende Februar erklärt hat, dass der Senat die bei Nichterweiterung fällige Summe von 2,25 Mill. Euro lieber für  einen Teilankauf von Flächen südlich des Gleimtunnels einsetzen wolle, kam Bewegung in den seit vielen Jahren unerquicklichen Stillstand der Erweiterung. Daraufhin haben sich Gewerbetreibende im südlichen Feld zu einer “Interessensgemeinschaft ParkKultur” zusammengeschlossen. Sie sehen sich ebenso in der Lage, eine beachtliche Teilfläche zu kaufen oder zu pachten wie eine sich gründen wollende “Initiative für ein genossenschaftliches Wohnquartier am Mauerpark”, die im Norden für 4 bis 5 Mill. EURO Land erwerben würde. Insgesamt kann also die von der CA Immo realistischerweise zu fordernde Kaufsumme zusammenkommen.

Rasches Handeln ist angesagt!

Nach Verlautbarung des jetzigen Flächeneigentümers, der Ca Immo, will diese das gesamte Areal nur an einen Käufer veräußern. Kann die CA Immo die Flächen nicht verkaufen, würden langfristige (10-15 Jahre) Mietverträge für logistikbezogene Gewerbeansiedlung abgeschlossen werden: lärmende und stinkende LKWs zwischen Containerhalden und lärmintensiven Gewerbe – eine sehr unerfreuliche Perspektive für die direkten Anwohner im Brunnenviertel.
Hier ist dringend der Senat gefordert, sich endlich und entschieden um die Fertigstellung des Mauerpark zu kümmern. Die zuständigen Senatsbehörden (Finanzen und Stadtentwicklung) müssen mit der Ca Immo Verhandlungen aufnehmen. Eine optimale Lösung wäre, die Flächen für die Wohnbebauung und das Weiterbestehen von Flohmarkt und Mauersegler würden lediglich zu langjähriger  Pacht vergeben. Dann bliebe das Land Berlin dauerhaft im Besitz des gesamten Mauerparks.

Bürger und Bürgerinnen, auch die in verschiedenen Initiativen organisierten, können und sollten sich weiterhin engagieren, um die greifbare große Erweiterung Wirklichkeit werden zu lassen.

Das heißt:

  • weiter Druck auf den Senat ausüben, damit er für die Mauerpark-Fertigstellung tätig wird,
  • sich an der weiteren Park-Planung im Rahmen der Bürgerwerkstatt zu beteiligen und
  • viele Bürgerinnen und Bürger einzuladen, um Parkflächen mit eigener Hände Arbeit zu gestalten – wie einst in der Anfangszeit des Mauerparks.

Wir brauchen keinen “schlüsselfertigen Park” – wir schaffen selbst die Parkerweiterung!

Rainer Krüger

Über Rainer Krüger

Das Berufsleben als Hochschullehrer ist vorbei. Aber "mitten im Leben zu stehen" bleibt spannende Herausforderung und heißt: das Interesse an (Mit)menschen und der Gestaltung unserer Lebenswelt zu behalten! Dafür möchte ich sachlich und fair aktiv sein.

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