Vivico stellt städtebauliche Entwürfe aus

Über den Sinn und Zweck der Ausstellung „Städtebauliche Entwürfe Mauerpark“

Zum Hintergrund der Ausstellung

Da die Allianz-Stiftung die Fertigstellung des Mauerparks bis 2012 ein- und anderenfalls 2,5 Millionen Euro vom Land zurückfordert, wurde nach einer Kompromisslösung gesucht: Die Vivico Real Estate überlässt dem Bezirk 6 Hektar Erweiterungsfläche im Wedding und erhält dafür Baurecht für eine Wohnbebauung nördlich und eine gewerbliche Randbebauung südlich des Gleimtunnels.

Auf dieser Grundlage hatte die BVV Mitte im Mai 2010 einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Ein von der Vivico ausgelobter Städtebaulicher Wettbewerb sollte für die Formulierung des Bebauungsplans wichtige Anregungen vermitteln. Die im Februar vorgestellten acht Architekturentwürfe konnte jedoch von den am Verfahren beteiligten Delegierten der Bürgerwerkstatt nicht akzeptiert werden. Vor allem deshalb ruht das Bebauungsplanverfahren. Es gibt derzeit keine Mehrheit für dessen Verabschiedung.

Einerseits gibt es gegen die Baupläne starken Widerstand in der Bevölkerung. Andererseits steht die Politik unter Druck: Wenn die Vivico kein Baurecht erhält, überlässt sie dem Land Berlin auch nicht die in Aussicht gestellten 6 Hektar Erweiterungsfläche. Dem Land droht eine Schadensersatzzahlung von mehr als 2,5 Millionen Euro an die Allianz-Umwelt-Stiftung.

Haltung der Bürgerwerkstatt

Die Mitglieder der Bürgerwerkstatt können die zu massiven Bauten an der Bernauer Straße und nördlich des Gleimtunnels nicht mittragen. Die Bürgerwerkstatt will einen lebendigen großen Park, der sich nicht mit der in den Entwürfen vorgesehenen umfangreichen Bebauung verträgt. Eine moderate Randbebauung wäre sowieso für die Bürgerwerkstatt nur ein mit Bauchschmerzen mit zu tragender Kompromiss, um im Gegenzug eine Parkerweiterung um 6 Hektar zu erhalten.

Ein solcher Versuch ist angesichts vieler im städtebaulichen Wettbewerb unberücksichtigt gebliebener Forderungen der Bürgerwerkstatt nicht tragfähig.

Die Bürgerwerkstatt kämpft aber weiter für die Fertigstellung eines vergrößerten Mauerparks. Sie wird nun verstärkt alternative Wege der Mauerpark-Fertigstellung in ihre Überlegungen einbeziehen, dies unter Beteiligung weiterer Verhandlungspartner und ohne den Senat aus seiner Mitverantwortung zu entlassen.

Weiter aktiv für die Grünflächenplanung

Die Grünflächenplanung auf der Grundlage des Entwurfs von Prof. Lange ist weit fortgeschritten. Die Bürgerwerkstatt wird zusammen mit der Grün-Berlin GmbH und Prof. Lange weiter an der Erstellung einer auch für Anwohner beiderseits des Mauerparks akzeptablen Freiraumplanung arbeiten. Eine solche Blaupause zur Fertigstellung des Mauerparks kann dann Grundlage öffentlicher Diskussion und politischer Entscheidungen sein.

Presseecho:
Berliner Zeitung: Mauerpark-Pläne vor dem Aus
Taz:  Bürger mauern bei Park-Plänen
Berliner Morgenpost: Mauerpark-Investor droht mit Rückzug
Tagesspiegel: Kompromiss zum Mauerpark dringend gesucht

Ausstellung:
Brunnenstraße 55, 13355 Berlin
19. März 2011 bis 2. April 2011
Montag bis Freitag: 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Samstag: 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Alexander Puell

Über Alexander Puell

Als Kommunikationsdesigner, Familienvater und Nachbar knüpfe ich online wie "offline" ein soziales Netz für die Menschen in den Kiezen. Dabei engagiere ich mich zum Beispiel für den Mauerpark.

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